Mrz 012019
 

Edler Zuger Wein vom Guggi-Rebberg erhält auf MS Schwan die letzte Reifung

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«Das sanfte Schaukeln des 100-jährigen Schiffes Schwan im Hafen Siehbach in Zug wird dem Stadtzuger Wein zur Vollendung führen», sagt Thomas Heiner, der Kellermeister vom Verein Weinbiss. Und der Präsident des Vereins MS Schwan Jost Windlin doppelt nach: «Auch auf Fahrten werden die zwei Fässchen mitgenommen.» Zur Beschleunigung der Reifung werden heute zwei Eichenfässer auf dem MS Schwan gelagert. Ab Herbst 2019 kann dieser sodann auf der «Schwan» genossen oder bei Thomas Heiner im Zurlaubenhof gekauft werden.

Die Trauben stammen vom Rebberg auf dem Guggi oberhalb der Minigolfanlage. Der Rebberg wird von der IG Weingartenhof bewirtschaftet. Die Gemeinschaft, die zur Zeit aus 17 Mitgliedern besteht, hat im Jahr 2000 ca. 400 Stöcke Riesling x Sylvaner gepflanzt. Der Wein wird unter Mitgliedern nach geleisteten Arbeitsstunden aufgeteilt.

Im Jahr 2005 kamen bei Minustemperatur weitere 20 Stöcke als Ableger von einem über hundertjährigen Weinstock der Amerikanotraube aus dem Tessin auf die Guggiwiese. In den ersten Jahren hat Thomas Heiner jeweils einen edlen Weinbrand destilliert. Letztes Jahr wurde erstmals Wein in bescheidener Menge gekeltert. Eine edle, einzigartige regionale Spezialität ist entstanden!

Die ausserordentlich gute Ernte vom Herbst 2018 bescherte einen noch grösseren Ertrag. Stefan Hegglin, Präsident der IG Weingartenhof: «Diese haben wir nun im neu eingerichteten Weinkeller im Zurlaubenhof zu einem Rotwein mit einem portweinähnlichen Geschmack verarbeitet.»

Gesucht: süffiger Name

Fehlen tut dem Wein nur noch ein guter Name, denn Portwein darf er aus urheberrechtlichen Gründen nicht genannt werden. Vorschläge sind willkommen und können gerne beim Verein info@weinbiss.ch eingereicht werden. Dem Gewinner des Namen-Wettbewerbes winken zur Belohnung zwei Flaschen des exklusiven Zuger Weines und zwei Freibillette für eine Apérofahrt auf MS Schwan.

Entstehung des Portweins

Ursprünglich haben die Engländer Wein von Portugal nach England verschifft. Dem Wein ist das nicht gut bekommen, dieser war in England häufig verdorben angekommen und war nicht mehr bekömmlich. Ein findiger Kopf kam auf die Idee, vor der Ausschiffung den Wein mit Alkohol anzureichern. Das so neu entstandene Getränk überstand sodann die Überfahrt nach England unbeschadet. Der Ort der Verschiffung (Porto) gab ihm sodann den Namen, der seither geschützt ist. Der Zuger Wein hat diesen Zusatz nicht nötig: er schmeckt auch ohne diesen Trick vorzüglich, obschon der Geschmack der Amerikanotrauben stark an Porto erinnert.