Dez 302015
 
Mitte April 2017: Die Reparatur ist geglückt

Am 21 April konnten termingerecht für die neue Saison alle notwendigen Arbeiten am Heck beendigt werden. Die Testfahrt fand bei strahlendem Wetter statt und die Steuerung funktioniert zu vollster Zufriedenheit. Ausgerüstet mit den neuesten Schwimmwesten und dem vorgeschriebenen 16-Kanal-Funkgerät ist das Schiff bereit für möglichst viele, interessierte, mitfahrende Gäste.

März 2017: Ärgerliche Reparatur

Am 13. (!) März ist auf einer Instruktionsfahrt die Umlenkrolle der Steuerung für das Ruder auf der Steuerbordseite aus der Verankerung gerissen worden. Das Schiff konnte vorsichtig noch in den Heimathafen zurück kehren, doch an einen weiteren Betrieb war nicht zu denken.

Die Analyse zeigte, dass sämtliche Steuerungsteile im Heck bloss auf das Holzdeck geschraubt wurden. Die Schrauben haben in den Jahrzehnten Wasser angezogen und das Holz ist kontinuierlich verfault. Damit müssen wir nicht nur die Steuerung flicken, sondern gleich das ganze Deck im Heckbereich erneuern.

In den kommenden Wochen, bis zum Saisonbeginn werden folgende Arbeiten ausgeführt:

  • Schalenrevision innen im Heck.
  • Rostbehandlung der Träger.
  • Einschweissen von drei Platten, damit dann die Umlenkrollen und die Steuerung auf das Metall geschraubt werden können (und nicht mehr ins Holzdeck).
  • Verlegen eines neuen, 4 cm dicken Holzdecks (Douglasien wie Innenraum).

Die Kosten betragen voraussichtlich 16’000.- Franken.

2014: Bereits der 5. Deckaufbau

Der Hauptdeckaufbau wurde seit 1929 mehrfach umgebaut und den wechselnden Bedürfnissen angepasst. Deshalb haben sich die Inhaberin, die Betreiberin und der Verein entschlossen, den Hauptdeck-Salon nach den heutigen Kundenbedürfnissen zu gestalten mit einem hellen, transparenten Intérieur mit guter Sicht auf den See und die Landschaft.
Das Schiff wird mit den neusten nautischen Instrumenten ausgerüstet und bekommt neu im Einstiegsbereich eine Bar, die multifunktional auch die Infrastruktur (wie Kühlschrank) eines Buffets liefert.
Das Schiff ist neu behindertengerecht, wobei bis zu 12 Rollstühle Platz an Bord finden (Unterstützung durch die Stiftung Cerebral).
Der untere Abschluss der Fensterfront orientiert sich am Bauzustand von 1949 bis 1977.
Stühle und Tische sind mobil; die Anordnung kann so nach den Kundenwünschen gestaltet werden.
Das Element „Chriesi-Holz“ kommt als Gestaltungselement ins Schiff, eine Homage an das identitätsstiftende Motto des Kantons Zug.
Am 10. Mai erlebt das Schiff im Dabeisein von Landmann Beat Villiger und Nationalrat eine erneute Einweihung.
Am Umbau beteiligte Firmen

2013: Verheerender Sturm versenkt das Schiff

Am 6. August 2013 sinkt das Schiff bei einem gewaltigen Sturm im Hafen von Zug.
Nach dem Unglück zeigt nach der Bergung eine Analyse des Schiffsbauingenieurs Jonas Panacek (Yacht-Design Zürich), dass folgende Elemente entweder in Takt geblieben oder mit verhältnismässig kleinem Aufwand in Stand gestellt werden konnten:
– Schale, Ruderanlage, Propeller, Hauptmotor, Generator, Kajüte.
Zerstört wurden die gesamte elektrische Anlage, der Steuerstand, sämtliches Mobiliar und der Hauptdecksalon.
Der Verein MS Schwan finanziert mit Unterstützung des Lotteriefonds des Kantons Zug die umfangreichen Renovationsarbeiten im Umfang von 0,5 Millionen Franken.

2012: Schiffs-Agentur wird neuer Betreiber

Ein neues Finanzierungsmodell der Zugersee-Schifffahrt SGZ führt dazu, dass der Betrieb des Schiffes Schwan Ende 2012 der schiffs-agentur.ch GmbH übertragen wird. Die Eigentümerin bleibt die SGZ. Der Verein MS Schwan unter Jost Windlin finanziert den Umbau und sorgt dafür, dass die bald 100-jährige Perle auf dem Zugersee langfristig erhalten bleibt. Das Schiff bekommt einen Generator zur Stromerzeugung und eine Heckwand.

2001: Zurück im Kanton Zug

Im Jahr 2001 wird die „Harder“ ausrangiert und steht zum Verkauf. Dank guten Beziehungen des ehemaligen Unternehmensleiters der Zugerland-Verkehrsbetriebe, Hugo Berchtold zur BLS findet das Schiff seinen Weg zurück in den Kanton Zug. In Erinnerung an die alte Zugersee-“Schwan“ wird die „Harder“ erneut umgetauft und für den Zugersee durch die Unterstützung des Orion-Clubs unter Robert Bisig fahrbar gemacht (Inbetriebnahme am 24.06.2001).

1989: Werbewirksamer Gag im Schwimmbecken der BEA-Ausstellung in Bern

Aus Anlass 150 Jahre Schifffahrt auf dem Brienzersee gelangt die „Harder“ mit einem Schwertransport von Interlaken nach Bern. Die BLS setzt das Schiff zwischen dem 21. April bis zum 1. Mai 1989 als Restaurantschiff an der Berner Ausstellung für Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie ein.

1977: Ein Coiffeurmeister fährt die „Harder“ ab Brienz

1977 erhält das Schiff einen neuen Aufbau im Design der übrigen Bodanschiffe mit geschwungenem Heckabschluss.
Ab 1977 steht das schmucke Schiff im Sommer bei der Bootsvermietung in Brienz und bietet am Nachmittag eine stündige Rundfahrt an. Während dieser Fahrten ist der Coiffeursalon des Harder-Kapitäns geschlossen.

Ab 1949: Nächste Station Brienzersee

Im November 1949 disloziert die BLS das Schiff auf den Brienzersee, um das MS Isletwald zu entlasten. Das Schiff heisst nun „Harder“.

1929: Die BLS kauft das Schiff für den Thunersee

Das Schiff ist auf dem Ägerisee eine Nummer zu gross. Nach vier Jahren wird die „Schiffsgesellschaft Ägerisee“ aufgelöst, nachdem die Gesellschaft regelmässig mit einem Defizit abschliesst. Die Betreiberin der Thunersee-Schifffahrt, die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn BLS, kauft die „Morgarten“, verlängert sie um 2,8 m und setzt diese ab 1. August 1929 im unteren Seeteil bei Thun für Lokalkurse ein.

1923: Der Ägerisee bekommt ein „Ozeandampfer“

Eine Delegation des Kurvereins Oberägeri reist 1922 nach Hamburg und kauft beim Schiffsmakler Deurer und Kaufmann ein typisches Hamburger Barkassenboot, wie es zu jener Zeit vielfach im Einsatz steht. Das Schiff fährt eigenständig bis Basel und gelangt dann mit einem urtümliche Strassentransport ins Ägerital, wo es am 25. Mai 1923 gewassert wird.

Bis 1922: Im Brackwasser der Elbe und der Nordsee

Der erste Bestimmungszweck des heutigen MS Schwan ist noch unerforscht, auf Grund von Bildern vor 1920. Die Konstruktion der Schale mit einem Freibord von rund 70 cm lässt den Schluss zu, dass für das Schiff keine Hochseeeinsätze vorgesehen waren.

Vor 1920: Der Bau

Bis heute weiss man nicht genau, wann das Schiff gebaut wurde, da Archive und Unterlagen im Krieg zerstört wurden. Erbaut wurde das Schiff durch die Werft Breuning & Söhne in Wilhelmsburg bei Hamburg.

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